Kälte allein schadet den wenigsten Gartenmöbeln. Der eigentliche Gegner im Winter ist Feuchtigkeit, die nicht entweichen kann: Wasser, das in Poren gefriert, Kondenswasser unter Plastikplanen, nasse Polster in einem unbelüfteten Keller. Wer das versteht, kann mit wenig Aufwand viel erreichen und muss längst nicht alles in die Garage tragen.
Was darf draußen bleiben?
Die Antwort hängt vom Material ab, aber auch vom Standort. Auf Mallorca oder an der Côte d'Azur sind Frostnächte selten, dafür setzen Winterstürme, Salzluft und Starkregen zu. In Deutschland kommen Frost-Tau-Wechsel und lange Nässeperioden hinzu. Als Grundregel gilt:
- Meist draußen möglich: Gestelle aus pulverbeschichtetem Aluminium oder Edelstahl, Teak und andere dauerhafte Harthölzer, hochwertiges Synthetikgeflecht und Rope, Keramik-Tischplatten.
- Nur mit Schutz oder nach Herstellerangabe: Natursteinplatten, insbesondere Travertin und Kalkstein, sowie Möbel mit Holzwerkstoffen.
- Immer hinein: Polster, Kissen, Teppiche, Rattan aus Naturfaser und Marmor.
Für Häuser im Süden lohnt ein eigener Blick. Dort ist nicht der Frost das Problem, sondern Wind, Salz und Feuchtigkeit. Leichte Stühle und Liegen sollten bei Sturmwarnungen gestapelt oder gesichert werden, Sonnenschirme geschlossen und abgebaut sein. Wenn ein Haus im Winter leer steht, ist ein trockener, belüfteter Abstellraum für Polster und Textilien wichtiger als jede Hülle.
Material für Material
| Material | Winter im Freien | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Teak, Iroko, Robinie | ja | leicht erhöht stellen, nicht luftdicht einpacken, Laub entfernen |
| Aluminium, pulverbeschichtet | ja | Lackschäden vor dem Winter ausbessern, Ablauföffnungen frei halten |
| Edelstahl | ja | in Küstennähe V4A bevorzugen, Flugrost früh entfernen |
| Synthetikgeflecht, Rope | meist ja | abdecken, Schneelast vermeiden, Rope gut trocknen lassen |
| Keramik-Tischplatten | meist ja | Herstellerangabe prüfen, Gestell und Verklebung im Blick behalten |
| Naturstein | je nach Sorte | Frostbeständigkeit beim Hersteller erfragen, stehendes Wasser vermeiden |
| Polster und Kissen | nein | gereinigt, vollständig trocken und luftig lagern |
Holz
Dauerhafte Hölzer wie Teak können den Winter im Freien verbringen. Wichtig ist, dass sie nicht in stehendem Wasser stehen: Gleiter, kleine Unterlegklötze oder ein Platz auf Pflaster statt Rasen helfen. Klappmöbel bewahren Sie am besten zusammengeklappt und senkrecht auf, damit Wasser abläuft.
Metall
Pulverbeschichtetes Aluminium rostet nicht, doch an beschädigten Stellen kann die Beschichtung unterwandert werden. Kleine Kratzer bessern Sie mit dem Lackstift des Herstellers aus. Edelstahl ist in Küsten- und Poolnähe Chloriden ausgesetzt; dort bildet sich leicht oberflächlicher Flugrost, der sich mit Edelstahlreiniger entfernen lässt.
Geflecht und Rope
Hochwertiges Synthetikgeflecht und Rope aus UV-stabilisierten Fasern vertragen Regen und Kälte. Sie sollten aber nicht unter einer Schneedecke liegen, da das Gewicht Geflecht und Gurte dauerhaft dehnen kann. Rope trocknet langsamer als glatte Flächen; vor dem Abdecken muss es vollständig trocken sein, sonst bilden sich Stockflecken.
Sonnenschirme und Sonnensegel
Bespannungen gehören über den Winter nicht in den Wind. Reinigen und trocknen Sie den Stoff, bevor Sie den Schirm geschlossen in seiner Hülle oder im Haus lagern. Sonnensegel werden abgenommen, gereinigt und locker aufgerollt statt eng gefaltet, damit keine dauerhaften Knicke entstehen. Prüfen Sie im Frühjahr Seile, Spanner und Befestigungspunkte, bevor Sie wieder aufspannen.
Stein und Keramik
Keramik-Tischplatten nehmen kaum Wasser auf und gelten deshalb als frostbeständig. Bei Naturstein entscheidet die Sorte. Dichte Hartgesteine wie viele Granite sind in der Regel unproblematisch, poröse Kalksteine und Travertine dagegen nicht immer. Marmortische gehören im Winter ins Haus. Fragen Sie beim Kauf nach der geprüften Frostbeständigkeit; für Naturstein gibt es dafür ein eigenes Prüfverfahren nach EN 12371.
Schutzhüllen, die atmen
Eine Hülle soll Regen, Laub und Vogelkot abhalten, aber Feuchtigkeit nach außen lassen. Einfache Plastikplanen leisten das nicht: Unter ihnen kondensiert Wasser, das nicht mehr abtrocknen kann, Holz verstockt und Metall bildet Flecken.
- Material: atmungsaktives, wasserabweisendes Gewebe, idealerweise mit Lüftungsöffnungen.
- Passform: locker, aber nicht flatternd; Kordelzug oder Klettband gegen Wind.
- Abstand zum Boden: Die Hülle sollte nicht im Wasser hängen, damit Luft von unten zirkulieren kann.
- Vorher reinigen: Schmutz und Laub unter der Hülle halten Feuchtigkeit fest.
Polster und Kissen richtig lagern
Polster sind im Winter am empfindlichsten, weil Schaum und Füllung Feuchtigkeit lange halten. Bevor sie ins Lager wandern, sollten sie gründlich ausgebürstet, fleckfrei und vollständig trocken sein. Schon eine leicht feuchte Füllung kann in einer geschlossenen Kiste Stockflecken bilden.
- Lagern Sie Polster liegend oder locker stehend, nicht stark zusammengepresst.
- Verwenden Sie atmungsaktive Taschen oder Boxen statt luftdichter Plastiksäcke.
- Wählen Sie einen trockenen, frostfreien und gut belüfteten Raum; feuchte Keller sind ungeeignet.
- Halten Sie Abstand zum Boden, etwa mit einem Regal oder einer Palette.
Abnehmbare Bezüge waschen Sie vor dem Einlagern nach Pflegeetikett und ziehen sie erst wieder auf, wenn Bezug und Schaum ganz trocken sind. Prüfen Sie dabei Reißverschlüsse und Nähte; kleine Schäden lassen sich im Winter in Ruhe beheben. Outdoor-Teppiche aus Kunstfaser werden abgebürstet, gründlich getrocknet und aufgerollt statt gefaltet gelagert, damit keine Knickfalten entstehen.
Checkliste für das ganze Jahr
Frühling
- Hüllen abnehmen, Möbel gründlich reinigen und vollständig trocknen lassen.
- Schrauben nachziehen, Gleiter prüfen, Lackschäden ausbessern.
- Bei Teak entscheiden: Patina zulassen oder Goldton auffrischen.
- Polster lüften und erst bei stabilem Wetter nach draußen bringen.
Sommer
- Polster nach Regen hochkant trocknen lassen, bei Unwetter hereinholen.
- Flecken von Sonnencreme, Wein und Harz sofort entfernen.
- Natursteinplatten bei Bedarf nachimprägnieren.
Herbst
- Laub regelmäßig entfernen, da es Gerbstoffe abgibt und Flecken hinterlässt.
- Polster reinigen, trocknen und einlagern.
- Möbel reinigen, trocknen lassen und mit atmungsaktiven Hüllen abdecken.
Winter
- Schnee von Hüllen und Tischplatten abkehren, bevor er schwer wird.
- Bei Tauwetter Hüllen kurz öffnen und lüften.
- Prüfen, ob irgendwo Wasser steht, etwa in Mulden von Hüllen oder unter Möbelfüßen.
Hintergründe zu den einzelnen Werkstoffen finden Sie bei den Materialien, alles zum Holz im Beitrag Teak, Iroko & Co. und zu Tischplatten im Tischplatten-Vergleich.






