Wissenswertes
Glossar von A bis Z.
Von Anilinleder bis Wassersäule: die wichtigsten Begriffe rund um Designmöbel, Materialien und Licht, kurz erklärt.
A
- Anilinleder
- Durchgefärbtes, offenporiges Leder ohne deckende Pigmentschicht. Es fühlt sich besonders natürlich an, ist aber empfindlich gegenüber Flecken und Licht und entwickelt mit der Zeit eine Patina.
B
- Bauhaus
- 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründete Schule für Gestaltung, die 1925 nach Dessau und 1932 nach Berlin zog und 1933 schloss. Ihr Einfluss auf Möbel, Architektur und Typografie wirkt bis heute.
- Bouclé
- Stoff aus Schlingengarn, dessen kleine Schlaufen eine körnige, weiche Oberfläche bilden. Der Name geht auf das französische „boucler“ (locken) zurück.
C
- Chaiselongue
- Liegesessel mit verlängerter Sitzfläche, auf der man die Beine ausstrecken kann; französisch für „langer Stuhl“. Bei Ecksofas bezeichnet der Begriff auch das verlängerte Liegeelement.
D
- Dauerhaftigkeitsklasse
- Einstufung der natürlichen Widerstandsfähigkeit von Holz gegen holzzerstörende Pilze nach EN 350, von Klasse 1 (sehr dauerhaft) bis Klasse 5 (nicht dauerhaft). Sie bezieht sich auf das Kernholz.
- Daybed
- Liegemöbel ohne oder mit nur niedriger Rückenlehne, das tagsüber zum Ruhen dient. Im Außenbereich wird es oft mit Dach, Vorhängen oder Sonnensegel kombiniert.
E
- Edelstahl V4A
- Umgangssprachliche Bezeichnung für molybdänhaltige Edelstähle wie 1.4401 oder 1.4404. Sie widerstehen Chloriden besser und sind daher für Möbel in Küsten- und Poolnähe die bessere Wahl.
- Eisengarn
- Gewachstes, besonders reißfestes Baumwollgarn. Am Bauhaus wurde Eisengarn-Gewebe unter anderem für die Bespannung von Stahlrohrmöbeln wie dem Clubsessel B3 verwendet.
F
- Farbwiedergabeindex
- Kennzahl (Ra, englisch CRI) dafür, wie natürlich eine Lichtquelle Farben wiedergibt; der Höchstwert ist 100. Werte ab 80 sind üblich, ab 90 wirken Haut, Holz und Pflanzen besonders lebendig.
- Federkern
- Polsterkern aus Stahlfedern. Beim Bonellfederkern sind die Federn miteinander verbunden, beim Taschenfederkern steckt jede Feder einzeln in einer Stofftasche und federt punktgenau.
- Feinsteinzeug
- Dicht gebrannte Keramik mit sehr geringer Wasseraufnahme. Sie ist frost-, kratz- und fleckenbeständig und wird für Böden, Terrassenplatten und Tischplatten verwendet.
- Freischwinger
- Stuhl ohne Hinterbeine, dessen Sitz auf einem durchgehend gebogenen Gestell federt. Die Bauform entstand in den 1920er-Jahren mit dem Stahlrohrmöbel.
- Furnier
- Dünnes Holzblatt, meist nur Bruchteile eines Millimeters bis wenige Millimeter stark, das auf eine Trägerplatte geleimt wird. Es ermöglicht ausdrucksstarke Maserungen bei formstabilen Konstruktionen.
G
- Grade-A-Teak
- Handelsbezeichnung für reifes Teak-Kernholz aus dem Inneren des Stammes. Die Sortierung in A, B und C ist verbreitet, aber nicht genormt.
H
- HPL
- High Pressure Laminate: ein unter hohem Druck und Hitze verpresster Schichtstoff aus harzgetränkten Papieren. Als Kompaktplatte in Außenqualität ist HPL leicht, witterungsbeständig und pflegeleicht.
I
- IP-Schutzart
- Code nach DIN EN 60529 für den Schutz eines Geräts gegen Fremdkörper (erste Ziffer) und Wasser (zweite Ziffer). IP44 schützt gegen Spritzwasser, IP65 gegen Strahlwasser, IP67 gegen zeitweiliges Untertauchen.
- Iroko
- Laubholz aus dem tropischen Afrika, im Handel oft „Afrikanisches Teak“ genannt, botanisch aber nicht mit Teak verwandt. Es ist dauerhaft, etwas gröber und dunkelt nach.
J
- Japandi
- Stilmischung aus japanischer und skandinavischer Wohnkultur: reduzierte Formen, helles Holz, gedeckte Naturtöne und handwerkliche Details.
K
- Kaltschaum
- Hochelastischer Polyurethanschaum, der sich unter Last anpasst und schnell in seine Ausgangsform zurückkehrt. Qualität und Festigkeit werden über Raumgewicht und Stauchhärte beschrieben.
- Kantenschutz
- Ausführung oder Bearbeitung einer Kante, die sie vor Abplatzungen bewahrt, etwa eine Fase an Keramik- oder Steinplatten. Auch Profile aus Holz, Metall oder Kunststoff werden so bezeichnet.
- Kelvin
- Maßeinheit der Farbtemperatur (K). Je niedriger der Wert, desto wärmer wirkt das Licht; als warmweiß gilt Licht unter 3300 K, über 5300 K spricht man von Tageslichtweiß.
L
- Lichtechtheit
- Beständigkeit einer Färbung gegen Ausbleichen durch Licht, geprüft nach ISO 105-B02. Angegeben wird sie auf der Blauwollskala von 1 bis 8, wobei 8 die höchste Beständigkeit bedeutet.
- Lumen
- Maßeinheit des Lichtstroms (lm), also der gesamten Lichtmenge, die eine Lichtquelle abgibt. Wie hell eine Fläche wirkt, beschreibt dagegen die Beleuchtungsstärke in Lux.
M
- Martindale
- Prüfverfahren für die Scheuerbeständigkeit von Stoffen nach EN ISO 12947. Angegeben wird die Zahl der Scheuertouren bis zu sichtbarem Verschleiß.
- Massivholz
- Gewachsenes, nicht furniertes Holz. Nach DIN 68871 dürfen Möbel als massiv bezeichnet werden, wenn alle Teile außer Rückwand und Schubkastenböden durchgehend aus einer Holzart bestehen und nicht furniert sind.
- Mid-Back
- Bezeichnung für eine mittelhohe Rückenlehne an Sofas und Sesseln, die den Rücken etwa bis zu den Schulterblättern stützt. Höher sind High-Back-Modelle mit Kopfstütze, niedriger die Low-Back-Varianten.
- Midcentury
- Kurz für Mid-Century Modern: Gestaltung etwa der Jahre 1945 bis 1970, geprägt von organischen Formen, klaren Linien und neuen Materialien wie Formsperrholz, Glasfaser und Kunststoff.
- Modulsofa
- Sofa aus einzelnen Elementen wie Sitz-, Eck- und Liegemodulen, die sich frei kombinieren und später umstellen oder ergänzen lassen.
O
- Olefin
- Chemiefaser aus Polypropylen. Sie nimmt kaum Wasser auf, trocknet schnell und ist fleckunempfindlich, verträgt aber keine große Hitze.
P
- Patina
- Veränderung einer Oberfläche durch Gebrauch, Licht und Witterung, etwa das Vergrauen von Teak oder der Glanz von gealtertem Leder. Bei vielen Naturmaterialien gilt sie als gewünschter Ausdruck von Zeit.
- Pilling
- Bildung kleiner Faserknötchen auf Stoffoberflächen durch Reibung. Bewertet wird auf einer Skala von 1 (starkes Pilling) bis 5 (kein Pilling).
- Pulverbeschichtung
- Beschichtungsverfahren, bei dem Farbpulver elektrostatisch aufgetragen und im Ofen eingebrannt wird. Die Schicht ist gleichmäßig und robust und eignet sich gut für Aluminium und Stahl im Freien.
Q
- Quick-Dry-Schaum
- Offenzelliger Polsterschaum mit durchgängiger Porenstruktur, durch den Regenwasser abläuft. Polster trocknen damit deutlich schneller als mit herkömmlichem Schaum.
R
- Rattan
- Naturmaterial aus den Trieben tropischer Kletterpalmen, das sich biegen und flechten lässt. Anders als Synthetikgeflecht gehört es unter Dach, weil Nässe und UV-Licht ihm zusetzen.
- Raumgewicht
- Dichte eines Polsterschaums in Kilogramm pro Kubikmeter, abgekürzt RG. Ein höheres Raumgewicht steht meist für langlebigeren Schaum, über die Härte sagt es allein nichts aus.
- Rope
- Gedrehte oder geflochtene Kordel, meist aus synthetischen Fasern wie Polyester oder Polypropylen, die um Rahmen gewickelt oder zu Sitz- und Rückenflächen gewebt wird.
S
- Sinterkeramik
- Sehr dichte Keramik aus mineralischen Rohstoffen, unter hohem Druck gepresst und bei hohen Temperaturen gebrannt. Sie ist kratz-, hitze-, UV- und frostbeständig, an den Kanten aber schlagempfindlich.
- Sitzhöhe
- Abstand vom Boden bis zur Oberkante der Sitzfläche an ihrer Vorderkante. Bei Sofas liegt sie meist zwischen 40 und 48 Zentimetern.
- Sitzspiegel
- Glänzende oder hellere Stellen auf Samt und Velours, an denen der Flor durch Gebrauch in eine Richtung gedrückt wurde. Er gehört zum Charakter des Materials und ist kein Mangel.
- Sitztiefe
- Abstand von der Vorderkante der Sitzfläche bis zur Rückenlehne. Zum aufrechten Sitzen sind etwa 50 bis 60 Zentimeter üblich, Lounge-Sofas fallen deutlich tiefer aus.
- Spinndüsengefärbt
- Färbeverfahren für Chemiefasern, bei dem die Pigmente der Spinnmasse vor dem Verspinnen zugesetzt werden. Die Farbe durchdringt die ganze Faser und bleicht dadurch kaum aus.
- Stauchhärte
- Kennwert für die Festigkeit eines Schaums: die Kraft, die nötig ist, um ihn um 40 Prozent zusammenzudrücken, angegeben in Kilopascal.
- Synthetikgeflecht
- Flechtwerk aus Kunststoffbändern, meist aus Polyethylen, das die Optik von Rattan aufgreift. Hochwertige Qualitäten sind UV-stabilisiert und können im Unterschied zu Naturrattan draußen stehen.
T
- Teak
- Tropisches Hartholz (Tectona grandis) mit hohem Anteil natürlicher Öle und Kieselsäure. Sein Kernholz zählt zu den dauerhaftesten Hölzern für den Außenbereich.
- Thermoholz
- Holz, das unter Sauerstoffabschluss auf etwa 160 bis 230 Grad erhitzt wurde. Es wird dadurch dauerhafter und formstabiler, aber auch spröder.
- Travertin
- Kalkstein, der sich an Quellen aus kalkhaltigem Wasser abgeschieden hat und dabei seine typischen Poren bildet. Er wird geschliffen, gebürstet oder gefüllt angeboten und reagiert empfindlich auf Säuren.
W
- Wabi-Sabi
- Japanisches Schönheitsideal, das das Unvollkommene, Vergängliche und Schlichte wertschätzt, etwa unregelmäßige Keramik oder gealterte Oberflächen.
- Wassersäule
- Maß für die Wasserdichtheit eines Gewebes in Millimetern: die Höhe einer Wassersäule, deren Druck der Stoff standhält, bevor Wasser durchdringt. Geprüft wird nach EN ISO 811.
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