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Lichtplanung · 5 Min. Lesezeit

Licht im Außenbereich: Lichtfarbe, Ebenen, Schutzart

Warum 2200 bis 3000 Kelvin, was IP44, IP65 und IP67 bedeuten und wie Sie Terrasse und Garten in Ebenen beleuchten, ohne Nacht und Insekten zu stören.

Am Tag gestaltet die Sonne den Außenraum, am Abend übernehmen Sie. Gutes Außenlicht ist dabei selten das hellste. Es zeichnet Wege nach, lässt einen Olivenbaum aus der Dunkelheit treten, macht den Esstisch zum Mittelpunkt und lässt den Rest der Nacht gehören. Dafür braucht es eine passende Lichtfarbe, das richtige Maß an Helligkeit, eine Planung in Ebenen und Leuchten, die dem Wetter gewachsen sind.

Lichtfarbe: warum 2200 bis 3000 Kelvin

Die Lichtfarbe wird in Kelvin (K) angegeben. Je niedriger der Wert, desto wärmer wirkt das Licht. Die Brancheninitiative licht.de unterscheidet Warmweiß (unter 3300 K), Neutralweiß (3300 bis 5300 K) und Tageslichtweiß (über 5300 K) und empfiehlt für den Garten warmweißes Licht.

FarbtemperaturWirkungGeeignet für
um 1800 bis 2200 Kbernsteinfarben, kerzenähnlichTischleuchten, Laternen, insektenfreundliche Akzente
um 2700 Kwarmweiß, wohnlichTerrasse, Essplatz, Wandleuchten, Übergang zum Wohnraum
um 3000 Kwarmweiß, etwas frischerWege, Eingänge, Pflanzenbeleuchtung
ab etwa 4000 Kneutral bis kühlim Wohngarten selten passend

Achten Sie neben der Farbtemperatur auf die Farbwiedergabe. Der Farbwiedergabeindex Ra (englisch CRI) zeigt, wie natürlich Farben erscheinen; der Höchstwert ist 100. Werte ab 80 sind üblich, ab 90 wirken Haut, Holz und Pflanzen besonders lebendig.

Lumen, Lux und das richtige Maß

Zwei Einheiten werden häufig verwechselt. Lumen (lm) beschreibt den Lichtstrom, also die gesamte Lichtmenge, die eine Leuchte abgibt. Lux (lx) beschreibt die Beleuchtungsstärke, also wie viel Licht auf einer Fläche ankommt; ein Lux entspricht einem Lumen pro Quadratmeter. Eine Leuchte mit vielen Lumen kann eine Fläche daher hell oder kaum beleuchten, je nachdem, wie breit sie strahlt und wie weit sie entfernt ist.

Im Freien gilt fast immer: weniger, als Sie denken. Das Auge passt sich in der Dämmerung an, und schon wenige gezielt gesetzte Lichtpunkte schaffen Orientierung. Entscheidend ist der Kontrast. Zu helle Leuchten lassen die Umgebung schwärzer wirken und blenden.

  • Setzen Sie lieber mehrere schwache Lichtquellen als einen starken Strahler.
  • Wählen Sie abgeschirmte Leuchten, bei denen Sie nicht direkt in die Lichtquelle blicken.
  • Prüfen Sie die Wirkung bei Dunkelheit, bevor Sie Leuchten endgültig montieren.

In Ebenen planen

Professionelle Lichtplanung denkt in Schichten, die einzeln schaltbar sind. So lässt sich dieselbe Terrasse für ein Abendessen, einen ruhigen Moment am Feuer oder den späten Weg ins Haus einstellen.

  1. Orientierung: Wege, Stufen und Übergänge. Bei Treppen hilft Licht von oben, damit jede Stufe einen kurzen Schatten wirft und gut erkennbar ist. Pollerleuchten und Einbauleuchten in Wänden geben blendfreies Licht auf Kniehöhe.
  2. Funktion: Licht dort, wo etwas getan wird: am Esstisch, am Grill, am Hauseingang. Pendel- oder Tischleuchten über dem Esstisch schaffen eine Insel, ohne die Umgebung auszuleuchten.
  3. Akzent: einzelne Elemente betonen. Ein Strahler, der einen Olivenbaum von unten anstrahlt, oder eine Leuchte, die eine Travertinmauer streifend beleuchtet, gibt dem Garten Tiefe.
  4. Atmosphäre: Feuerstelle, Laternen, akkubetriebene Tischleuchten. Diese Ebene ist beweglich und darf warm und gedämpft sein.

IP-Schutzarten verständlich erklärt

Der IP-Code nach DIN EN 60529 beschreibt, wie gut ein Gerät gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Wasser geschützt ist. Die erste Ziffer steht für Fremdkörper und Staub (0 bis 6), die zweite für Wasser (0 bis 9). Für Leuchten im Außenbereich nennt licht.de IP44 als Mindestanforderung.

SchutzartFremdkörperWasserTypischer Einsatz
IP44Schutz vor Fremdkörpern über 1 mmSpritzwasser aus allen Richtungenüberdachte Bereiche, Wandleuchten unter dem Vordach
IP65staubdichtStrahlwasser aus allen Richtungenfrei stehende, voll bewitterte Leuchten
IP67staubdichtzeitweiliges UntertauchenBodeneinbauleuchten, Stellen mit möglicher Staunässe
IP68staubdichtdauerndes Untertauchen nach HerstellerangabePool, Teich, Wasserspiele

Die IP-Schutzart ist nicht mit der Schutzklasse zu verwechseln. Diese beschreibt den Schutz vor elektrischem Schlag, etwa durch Schutzleiter oder doppelte Isolierung. Im Garten werden außerdem gern Niedervolt-Systeme mit 12 oder 24 Volt eingesetzt, die über ein Netzteil versorgt werden.

Insektenfreundlich und rücksichtsvoll

Künstliches Licht zieht nachtaktive Insekten an, besonders Licht mit hohen Blau- und UV-Anteilen. Viele Gemeinden und Naturschutzstellen empfehlen deshalb warmweißes Licht mit höchstens 3000 K, besser 2700 K oder weniger. Bernsteinfarbene LEDs um 2200 K und darunter gelten als besonders verträglich. Entscheidend ist aber nicht nur die Farbe:

  • Nach unten lenken: Abgeschirmte Leuchten, die nicht in den Himmel strahlen, reduzieren Streulicht.
  • Zeitlich begrenzen: Zeitschaltuhren und Bewegungsmelder sorgen dafür, dass Licht nur brennt, wenn es gebraucht wird.
  • Akzente maßvoll setzen: Angestrahlte Bäume mit engem Abstrahlwinkel und gedimmt betreiben und zu später Stunde abschalten.
  • Nachbarn mitdenken: Kein Licht über die Grundstücksgrenze oder in fremde Fenster.

Auch der Gesetzgeber befasst sich mit dem Thema. In Deutschland enthält das Bundesnaturschutzgesetz seit 2021 eine Vorschrift zum Schutz von Tieren und Pflanzen vor nachteiligen Auswirkungen von Beleuchtungen (§ 41a). Auf den Balearen gilt seit 2005 ein eigenes Gesetz zum Schutz der Nacht vor Lichtverschmutzung.

Dimmen, Steuern, Solar oder Kabel

Dimmbarkeit ist im Außenbereich fast wichtiger als innen. Ein Licht, das beim Abendessen angenehm ist, ist spät in der Nacht oft zu hell. Prüfen Sie, ob Leuchte, Leuchtmittel und Dimmer zueinander passen, oder setzen Sie auf ein System mit Funksteuerung, in dem sich Szenen speichern lassen.

LösungStärkenGrenzen
Fest verkabelt (230 V)volle Leistung, zuverlässig, dauerhaftInstallation durch Fachbetrieb, frühzeitige Planung
Niedervolt (12/24 V)flexibel erweiterbar, geringe Spannung im GartenNetzteil und Leitungslängen planen
Solarkeine Leitungen, schnell platziertLeistung und Leuchtdauer wetterabhängig, Akkus altern
Akku-Leuchtenmobil, ideal für Tisch und Loungeregelmäßiges Laden

Solarleuchten eignen sich gut für Markierungen und kleine Akzente, für Wege, Treppen und Essplätze ist fest installiertes Licht meist die verlässlichere Lösung. Wie Licht den Übergang zwischen Wohnraum und Terrasse unterstützt, lesen Sie im Beitrag Drinnen und draußen verbinden. Entwürfe für Möbel und Leuchten im Außenbereich finden Sie unter den Ideen.

Häufige Fragen

Welche Lichtfarbe ist für Garten und Terrasse ideal?
Warmweißes Licht um 2700 Kelvin wirkt wohnlich und verbindet Innen und Außen. Für Akzente und besonders insektenfreundliche Beleuchtung eignen sich 2200 Kelvin oder weniger, mehr als 3000 Kelvin sind im Wohngarten selten passend.
Was bedeutet IP65 bei Außenleuchten?
Die erste Ziffer 6 bedeutet staubdicht, die zweite Ziffer 5 Schutz gegen Strahlwasser aus allen Richtungen. IP65 eignet sich damit für frei stehende, voll bewitterte Leuchten; für Bodeneinbau mit möglicher Staunässe ist IP67 sinnvoll.
Sind Solarleuchten eine gute Alternative?
Für Markierungen und dekorative Akzente ja, weil keine Leitungen nötig sind. Ihre Leistung und Leuchtdauer hängen jedoch vom Wetter ab, und die Akkus altern; für Wege, Treppen und Essplätze ist fest installiertes Licht verlässlicher.

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